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Claudia Adam

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© 2020 BY CLAUDIA ADAM. SOULFUL SEEKERS.

  • Claudia

Mach’s Dir leicht(er)!

Wie Yoga mir hilft, unbeschwerter durchs Leben zu gehen


Ich kenne Menschen, die gehen total beschwingt durchs Leben. Menschen, denen es auf Knopfdruck gelingt, loszulassen, sich komplett fallen zu lassen und total im Moment zu leben. Menschen, die die Dinge einfach auf sich zukommen lassen und spontan in der Situation entscheiden. 


Ich bin fasziniert von solchen Menschen und genieße es sehr, sie um mich zu haben. Denn ich gehöre nicht zu diesen Menschen. 



Denkst Du noch oder lebst Du schon?


Ich kann Situationen in Endlosschleife zerdenken, Gespräche im Kopf wieder und wieder ablaufen lassen, höre mich selbst immer wieder denselben Satz sagen. Es fällt mir unheimlich schwer, diese Gedanken loszulassen und mir zu erlauben, einfach zu sein, einfach zu genießen. 


Ein Beispiel: Ich bin mit einer Freundin spazieren und bin dabei richtig angestrengt am Nachdenken. Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, weil sie neben mir eine Melodie vor sich hin trällert. “Boah! Ist das schön, wie entspannt du bist! Sind da gerade keine anderen Gedanken in deinem Kopf?” – “Eigentlich nicht”. Wir müssen beide lachen. Ich staune kurz, wälze aber in der nächsten Sekunde schon wieder meine Gedanken. Von rechts nach links, von links nach rechts. Keine zwei Minuten danach wiederholt sich die ganze Szene. Ich kann zwar im Moment darüber lachen, aber mir wird da erst richtig bewusst, wie gedankenversunken ich oft durch die Straßen (und auch durch mein Leben) laufe. Wie schwer mich meine Denkerei macht. Und: Wie sehr ich mich danach sehne, auch mal ganz beschwingt durch die Straßen zu laufen und mich einfach nur an einer Melodie zu erfreuen. Stell ich mir ganz schön schön vor. 


Ja, Menschen sind ganz unterschiedlich und ja, ich bin einfach nicht der Typ locker-vom-Hocker. Aber: Ich hab im Yoga gelernt, dass man Leichtigkeit üben kann. Na dann mal los!



Es geht um die Balance


Im Yoga wollen wir Balance finden – sowohl in der körperlichen Praxis als auch in uns selbst, abseits der Yogamatte. Dazu arbeiten wir viel mit Gegensätzen: Wir üben zum Beispiel zuerst aktiv und lassen den Körper dann in Savasana ganz passiv am Boden ruhen. Wir schieben in den Standhaltungen die Füße in die Matte und lassen die Arme in die entgegengesetzte Richtung nach oben streben. Oder wir üben, in einer Haltung sowohl Stabilität als auch Leichtigkeit zu finden. Leichtigkeit kommt also im Yoga grundsätzlich in Verbindung mit einer gewissen Stabilität. Bei mir scheint aber der schwere, haltende Anteil zu überwiegen. 



Unsere Energie folgt dem Fokus


Unsere Energie geht dahin, wo unser Fokus liegt.


Wenn ich also mit meiner Aufmerksamkeit stundenlang irgendwelche Gedanken verfolge, verfeuere ich damit auch meine Energie.

Die fehlt mir dann wiederum für andere Sachen – sich entspannen und den Moment genießen zum Beispiel. Immer, wenn wir im Körper oder im Geist etwas festhalten – z.B. einen Gedanken – geraten wir ins Stocken. Wir verkrampfen und sind nicht mehr im Fluss. Sind mit unserem Fokus und unserer Energie nicht mehr im Hier und Jetzt, sondern bei der Sache, die wir festhalten. 


Wie kann ich also weniger (fest-)halten? Um bei den Gegensätzen zu bleiben: Indem ich mehr loslasse. Loslasse im Körper und loslasse in Gedanken. 



Wie können wir loslassen üben? 


Eins vorweg: Ich teile hier meine Gedanken und meine Erfahrung mit Euch. Meine Auflistung zielt weder auf Vollständigkeit ab, noch beanspruche ich damit universelle Gültigkeit. Ich teile mit Euch, was mir dabei geholfen hat, mit mehr Leichtigkeit durchs Leben zu gehen. Vielleicht könnt Ihr Euch darin wiedererkennen und Denkanstöße oder Impulse für Euch mitnehmen. 



Körper und Geist bewusst wahrnehmen


Um loslassen zu können, müssen wir uns überhaupt erst einmal bewusst werden, wo wir festhalten. Wie oft weist eine Yogalehrerin oder ein Yogalehrer uns zum Beispiel darauf hin, die Schultern loszulassen? Erst dann merken wir (und die 15 anderen Leute im Raum), wie angespannt wir hier waren und können die Schultern oft gleich um ein paar Zentimeter sinken lassen. 

Wenn wir regelmäßig Yoga üben, lernen wir nicht nur mehr und mehr, uns selbst wahrzunehmen, sondern auch, wo wir in den verschiedenen Asanas Spannung brauchen, wo wir bewusst Aktivität hinschicken wollen und wo wir dafür mehr Spannung loslassen können. 



Die beste Aufgabe, die wir dem Geist geben können


Im Yoga geben wir dem Geist die Aufgabe, den Atem zu beobachten und uns vom Atem durch die Bewegung leiten zu lassen. Eigentlich eine ganz einfache Aufgabe.


Doch für den Geist ist es eine der größten Herausforderungen.

Denn wer sich hinsetzt und die Konzentration zum Atem lenkt, wird vermutlich nach wenigen Atemzügen in Gedanken schon wieder ganz woanders sein, etwa bei den Einkäufen, der To-Do-Liste oder beim Abendessen. Deshalb üben wir im Yoga immer, immer, IMMER wieder, mit der Aufmerksamkeit zum Atem zurückzukehren. Geben dem Geist eine sinnvolle Aufgabe, mit der wir uns etwas Gutes tun (bewusst und tief zu atmen). Eine Aufgabe, die uns hilft, unsere Gedanken ruhiger werden zu lassen und zu beobachten statt einzelne Gedanken herauszugreifen, festzuhalten, weiterzuspinnen. 



Die Atmung ist der Boss


Wenn ich gestresst bin, merke ich oft, dass mein Atmen ganz flach und unregelmäßig geworden isr. Dass ich den Atem von Zeit zu Zeit anhalte. Dann fühle ich mich oft ganz erdrückt, als wäre in meinem Körper überhaupt kein Platz für die Atmung. Auch dann geraten wir aus dem Fluss, geraten ins Stocken. Und sammeln immer mehr Anspannung. Es ist wichtig, dass wir dann auf unseren Körper hören und uns eine Pause gönnen. Dass wir so weit runterfahren, bis wir wieder frei und ununterbrochen atmen können. Uns wieder im Fluss fühlen. Die Qualität der Atmung ist ein Indikator für unser Wohlbefinden. Genauso wollen wir uns in der Asana-Praxis auch immer nur so weit herausfordern, dass wir noch gleichmäßig weiter atmen können. Ansonsten: einen Schritt zurück gehen, bis der Atem wieder frei fließen kann.


Die Atmung ist der Boss. 


Loslassen, was wir nicht kontrollieren können


Es ist ein so viel zitierter Satz, aber er ist auch so hilfreich für mich: Loslassen, was wir nicht kontrollieren können. Wir können im Yoga üben, Körper und Geist bewusster wahrzunehmen und diese zu steuern. Können lernen zu beeinflussen, wie wir denken, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen, wie wir handeln. Dagegen haben wir keinen Einfluss darauf, wie andere (über uns) denken und wie sie reagieren. Wir haben am Ende keinen Einfluss darauf, wie unser Gegenüber unsere Aussage wahrnimmt. Genauso wenig können wir die Vergangenheit verändern.


Wenn wir es überhaupt nicht kontrollieren können, was bringt es dann, sich Gedanken darüber zu machen? Richtig, gar nichts. 

Wir können üben, Unterstützung anzunehmen


Ich hab in dieser Woche auch den Fokus meiner Yoga-Klassen aufs Loslassen gelegt. Als ich Savasana eingeleitet habe mit den Worten “erlaubt dem Körper, völlig loszulassen und Euch komplett von der Erde tragen zu lassen” dachte ich: auch das ist Loslassen – Unterstützung annehmen, sich auch mal tragen lassen, sich eingestehen, dass wir es überhaupt verdient haben, uns fallen zu lassen.

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